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Donnerstag, 26. Juni 2008


„Alten Hof“ bot tolle Kulisse


Nettetal. Pünktlich zum Sommeranfang lud das Jagdhornbläsercorps Schloss Krickenbeck zu einer Serenade im herrlichen Ambiente im „Alten Hof“ im Rennekoven ein.


Foto: Inge von den Bruck

Und, als hätte der liebe Gott etwas gut zu machen, schien die Sonne bei sommerlichen Abendtemperaturen. „Zu unserem Jubiläum hat es geregnet, jetzt entschuldigt sich der Himmel dafür“, sagte Erhard Backes, Vorsitzender der Jagdhornbläser. Bereits zum zweiten Mal war das Jagdhornbläsercorps Gast im „Alten Hof“ im Rennekoven, nach einer Matinee im letzten Jahr, war das Jagdhornbläsercorps nun im abendlichen Ambiente bei einer Serenade zu hören.

Für Dr. Michael Lörper, Hegeringleiter und Eigentümer des Hofes, war es selbstverständlich, seinen Hof erneut zur Verfügung zu stellen. „Es ist bei uns Familientradition, das jagdliche Brauchtum zu pflegen und zudem lohnt es sich, das Jagdhornbläsercorps einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen“, so der Vorsitzende des Hegeringes.

Aus der Idee, die lange Geschichte der Jagd und der Jagdmusik im hiesigen Kulturraum und das Brauchtum zu pflegen und zu erhalten, gründete sich vor zehn Jahren das Jagdhornbläsercorps Schloss Krickenbeck und feierte vor einigen Wochen mit der Oper „Der Freischütz“ ein rauschendes Jubiläum auf Schloss Krickenbeck, Namensgeber und Förderer des Bläsercorps. „Hören Sie, was aus der ursprünglichen Idee geworden ist“, forderte Erhard Backes das Publikum auf. Und das war am Ende der Serenade restlos begeistert. Unter der Leitung von Hubert Fuhrmann hörten die Zuschauer Volkslieder sowie europäische, böhmische, englische und deutsche Jagdfanfaren.

Nach der Pause ging es mit niederrheinischen Bauerntänzen weiter und am Ende trumpfte das Jagdhornbläsercorps mit Passagen aus Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz“ auf. Die Jagdfanfare des Herzogs August entdeckte Hubert Fuhrmann in der Bibliothek von Celle und arbeitete das Stück für seine Krickenbecker Jagdhornbläser auf.

Im „Jägerquodlibet“ konnte das Publikum bekannte Jägerlieder wieder- erkennen und mit dem Jägerchor aus „Der Freischütz“, verabschiedeten sich die Jagdhornbläser. „Sie dürfen im nächsten Jahr wiederkommen“, versprach Dr. Michael Lörper am Ende. Und weil sich der Hof und die Musik so gut in die niederrheinische Landschaft einfügten, waren in der Scheune Arbeiten des Tier- und Naturmalers Heinz-Günther Pastor zu sehen.

Seine Motive findet der in Mönchengladbach lebende Künstler vorrangig in der reizvollen Landschaft des Niederrheins, dabei entwickelte er eine Vorliebe für Winterlandschaften.

Selbst Jäger und Falkner, erlernte er bei Renz Waller die Tiermalerei und wurde vom Landschaftsmaler Otto Eismann inspiriert. Seine Werke faszinieren den Betrachter so sehr, so dass man das Gefühl hat, man schaue aus einem Fenster direkt in die Natur und sieht den Jägern bei der Jagd zu.

Das Jagdhornbläsercorps bedankte sich mit einer Zugabe.


Mehr Maßnahmen für die Jugend


Nach intensiver Diskussion und geheimer Abstimmung (22 Ja-, 19 Nein-Stimmen und eine Enthaltung) entschied sich der Stadtrat am vergangenen Mittwoch, die Einrichtung eines eigenen Jugendamtes bis 2010 zu vertagen (die GN berichteten).

Einstimmig verabschiedeten die Abgeordneten einen umfangreichen Maßnahmenkatalog, mit der die jetzigen Aktivitäten der Stadt weiterbetrieben werden. Zuvor hatte die Vorsitzende des Jugendausschusses, Beatrix Müllers-Kostas, den Katalog als „guten Weg“ bezeichnet.

Zum Katalog gehören unter anderem die intensive Begleitung von Streetwork und Gemeinwesenarbeit und deren Einbindung in die städtische Jugend- und Sozialarbeit sowie ein verstärkter Dialog mit Jugendlichen in den einzelnen Stadtteilen. Hierzu dienen vorbeugende Angebote wie die Drogenprävention und die verstärkte Bündelung der Angebote in den Stadtteilen. Desweitern soll eine unterstützende Familienarbeit im frühkindlichen Bereich durch Vorsorgehebammen oder Hausbesuche aufgebaut werden. Ein „Frühwarnsystem“ soll durch die Vernetzung von Kindertageseinrichtungen, Schulen, Schulsozialarbeit, Erziehungshilfen und dem Sozialen Dienst aufgebaut werden, damit nun Kindern und Jugendlichen gemeinsam mit den Eltern deutlich früher als bisher konkrete Hilfestellungen bei Problemen geben kann.

Im „Bündnis für Familie“ sollen die Aktivitäten von Wohlfahrtsträgern, Vereinen, Haupt- und Ehrenamtlern sowie wirtschaftlichen Unternehmen gebündelt werden. Zur Finanzierung der Maßnahmen stellt die Stadt 20.000 Euro für stadtteilbezogene Projekte im Bereich JugendSozial- und Jugendkulturarbeit zur Verfügung.

„Mit diesem Schritt werden die für Jugendfreizeiten und Vereinsförderung eingesparten Mittel zur dauerhaften Verbesserung des Angebots für Kinder und Jugendliche eingesetzt“, freute sich der Erste Beigeordnete Armin Schönfelder. Projektträger können Vereine, Jugendeinrichtungen und andere Vereinigungen sein.

In Schönfelders Dezernat wird zu diesem Zweck eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die Rat und Verwaltung bei der Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt unterstützt. Im Schulausschuss regte die SPD an, Vertreter der Träger und der Wohlfahrtspflege in einen neue politischen „Koordinierungs-Ausschuss“ mit Stimmrecht zu berufen. Der Vorschlag muss noch rechtlich geprüft werden

Der Abschluss einer Verwaltungsvereinbarung mit dem Kreisjugendamt soll eine „verlässliche und zügige Umsetzung sowie eine wirksame Steuerung und verantwortliche Einbindung von Rat und Verwaltung garantieren“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Der Maßnahmenkatalog beauftragt die Verwaltung weiterhin, konkrete Umsetzungsschritte für ein eigenes Jugendamt parallel zur Intensivierung der inhaltlichen Arbeit vorzubereiten und dem Rat einen konkreten Umsetzungsplan unter personellen, räumlichen und finanziellen Gesichtspunkten vorzulegen.

Und genau diese Themen - wie ein eigenes Jugendamt finanziert wird, wo es seinen Standort hat und wie viele Mitarbeiter dafür eingestellt werden müssen, darüber wurde bisher öffentlich noch nicht beraten.


Wenn Kinder Kinder kriegen


Immer wieder passiert es, dass trotz Aufklärung, trotz des Wissens darum, wie und wann eine Schwangerschaft zustande kommen kann, junge Mädchen schwanger werden.

Foto: Daniela Veugeles

Schaut man auf die aktuellen Zahlen, kann man von einem regelrechten „Baby-Boom“ bei minderjährigen Müttern sprechen. „Derzeit leben 24 alleinerziehende und alleinlebende Mütter unter 21 Jahren in der Seenstadt. Die, die bei den Eltern wohnen, sind dabei nicht mitgerechnet“, weiß die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Monika Ioannidis.

Auch Streetworkerin Marie-Luise Hellekamps beobachtet diesen Trend schon länger. „Ich habe viel Kontakt zu minderjährigen Mädels, die zum Teil schon zwei Kinder haben.“ Die Mädchen stecken auf einmal in einer Lebensform, die nicht zu ihrem Alter passt. Hinzu kommen etliche Behördengänge und vielfach ein emotionales Chaos. Genau dieses erlebten auch die beiden 17-jährigen Sarah Stockbrink, Lisa Schwerke und die 20-jährige Corinna Ix. Alle drei wurden ungewollt schwanger - in einem Fall versagte die Verhütungsspritze aufgrund von Hormonschwankungen. Heute leben alle drei von den Kindsvätern getrennt, und auch ein Großteil der Freunde hat sich verabschiedet.

Damit die Mädchen in dieser schweren Zeit nicht ganz alleine dastehen, gründete Streetworkerin Hellekamps den Müttertreff, der sich jeden Mittwoch ab 14.30 Uhr in ihrem Büro an der Breyeller Straße 106 trifft.

Da die meisten Mädchen noch selbst in der Pubertät stecken, bot man in Kooperation mit den beiden Hebammen Daniela Schroers und Irma Reyer einen Geburtsvorbereitungskurs für junge Mütter an. Mittlerweile hat sich ein regelrechtes Netzwerk gebildet, an dem auch Karen Langenheinrich von Donum Vitae beteiligt ist. Sie freut sich, Kontakt nach Nettetal gefunden zu haben, da für viele Schülerinnen der Weg nach Viersen sehr umständlich und zeitaufwändig ist. Auf Wunsch berät sie junge Frauen im Büro der Streetworkerin oder bei der Hebamme.

Ein neues Faltblatt, das ab sofort im Stadtgebiet bei Ämtern, Ärzten und Apotheken ausliegt, soll den jungen Müttern die vielfältigen Hilfsangebote aufzeigen. „Beim Gang zu den Ämtern wären wir ohne Marie verloren gewesen“, ist sich Sarah Stockbrink sicher. Vielfach ist eben nicht bekannt, dass es für junge Mütter eine Reihe staatlicher Leistungen gibt, auf die sie gesetzlichen Anspruch haben. „Der Flyer soll den Mädels Mut machen, sich Hilfe in der schwierigen Situation zu holen“, so die Streetworkerin.

Für die drei jungen Mütter kam eine Abtreibung nicht in Frage, dennoch war und ist es ein schwerer Weg, die Kinder Joy-Melissa, Jan und Linea ohne Partner großzuziehen.


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