Mutter Teresa
Patronin der größten Pfarrei in Nettetal
Teresa von Kalkutta/Kolkata (Agnes Gonxha Bojaxhiu, 1910 - 1997)
Agnes Gonxha Bojaxhiu wird als Kind albanischer Eltern in Üsküb geboren, das heute zu Nordmazedonien gehört. Als mit 8 Jahren ihr Vater überraschend stirbt, widmete sich intensiv dem Glauben. Bereits mit zwölf Jahren entscheidet sie sich für ein Leben als Ordensfrau und tritt mit 18 Jahren in den Schulorden der
Sisters of the Blessed Virgin Mary ein. Schon nach zwei Monaten wird sie nach Bengalen gesandt. Dort nimmt sie den Ordensnamen Teresa an. In Kalkutta unterrichtet sie siebzehn Jahre in der St. Mary’s School, zuletzt leitet sie die Schule.
1946 fühlt sie die Berufung, den Armen zu helfen. Teresa bleibt Ordensfrau, darf aber die Klausur verlassen.
Sie lebt und arbeitet zunächst allein, bis sich ihr einige frühere Schülerinnen anschließen.
1947: kurz nach der Unabhängigkeit Indiens nimmt sie die indische Staatsbürgerschaft an. Sie spricht damals schon fließend Bengali.
"Mutter" Teresa
1950 gründete Teresa die Gemeinschaft der
Missionarinnen der Nächstenliebe. Die Ordensgemeinschaft kümmert sich um Sterbende, Waisen, Obdachlose und Kranke, ihr besonderes Engagement liegt jedoch in der Betreuung von Leprakranken. Eine Ordensoberin wird von den Schwestern mit "Mutter" angesprochen.
weltweites Echo
1978 erhält Mutter Teresa der Balzan-Preis für Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern
1979 den Friedensnobelpreis.
Für ihre aufopferungsvolle Arbeit erhielt Mutter Teresa viele Auszeichnungen. Selbst Kritiker bestätigen, dass ihr Bild in der Öffentlichkeit "dazu beigetragen (habe), humanitäre Helfer zu motivieren, die sich ohne religiöse Scheuklappen dem Leid armer Menschen gewidmet hätten. " (
Süddeutsche Zeitung)
Der Orden der Missionarinnen der Nächstenliebe kümmert sich heute in 139 Ländern um Sterbende, Waisen, Obdachlose und Kranke.
"Heilige" Mutter Teresa
1997 wird Mutter Teresa selig,
2016 durch Papst Franziskus heilig gesprochen.
Kritik
Kritik zog Mutter Teresa wegen Äußerungen auf sich, in denen sie der Missionierung Vorrang vor humanitärer Hilfe, dem Begleiten von Kranken den Vorrang zur Heilung der Kranken gab: Auf Vorwürfe, ihren Mitarbeitern mangle es oftmals an medizinischer Ausbildung, entgegnete Mutter Teresa: „Nicht der Erfolg, sondern die Treue im Glauben ist wichtig.“ (
Herder: "Stimmen der Zeit") Auch die Missionierungsbestrebungen der Ordensfrau und ihre nicht transparente Verwendung von Spenden werden stark kritisiert.
Zudem soll es in einigen Einrichtungen schlechte Pflege und üble Hygienezustände gegeben habe. Auf diese Kritik habe Mutter Teresa gesagt: "Es ist etwas Schönes, Arme zu sehen, die ihr Schicksal akzeptieren und es wie Christus erleiden. Die Welt gewinnt so viel von ihrem Leiden." (
Die Zeit)
Hier setzt Mutter Teresa andere Akzente als ihre Ausbilderinnen der Krankenschwesternschule der Missionsärztlichen Schwestern in Patna. Deren Gründerin, Anna Dengel war zu der Überzeugung gekommen, dass nur professionell als Ärzte ausgebildete Ordensschwestern jene Frauen erreichen konnten, die durch ihre Bräuche von der medizinischen Versorgung durch männliche Ärzte ausgeschlossen waren.
Heilige Mutter Teresa in Nettetal
Der Besuch des in Leuth wohnenden
Dr. Ramesh Modi (1937-2025) am 17. Oktober 1982 erklärt das "Hl. Mutter Teresa in Nettetal". Dr. Modi war ein niedergelassener Hausarzt in Leuth, der sich wie sie selber für Arme in Indien engagierte. Er ist Gründer des Vereins
Somedi, (Somedi sammelt bis heute Hilfsggüter für Indien), der Schwager Modis war zudem in leitender Funktion im Orden Mutter Teresas beschäftigt.
Presse:
Rheinische Post, 8. Januar 2026: Feierlicher Gottesdienst zur neuen Pfarrgemeinde „Heilige Mutter Teresa Nettetal“
In seiner Predigt erläuterte Pfarrer Schnitzler die Entstehung und Bedeutung des neuen Namens der Pfarrgemeinde. Das Leben und Wirken der heiligen Mutter Teresa sei geprägt gewesen von bedingungsloser Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und dem Einsatz für die Ärmsten der Armen. Diese Werte, so Schnitzler, sollen Vorbild und Auftrag für die neue Pfarrgemeinde sein.
Rheinische Post, 22. September 2025: Für ihn kam Mutter Theresa nach Leuth - Ramesh Modi verstorben
In Leuth sprach sich schnell herum, dass der „indische Arzt“ Brücken nach Indien schlug. Aus dieser Initiative entstand 1981 der Verein Somedi. Am 17. Oktober 1982 besuchte Mutter Teresa diesen Verein, der sich wie sie für Arme in Indien engagierte. Ihr Besuch galt aber auch insbesondere Ramesh Modi. Sein Schwager war in leitender Position der Missonary’s of Charity Deutschland, dem von Mutter Teresa gegründeten Orden, tätig.
Rheinische Post, 14. Oktober 2022: Gedenkgottesdienst in Nettetal Wie Mutter Teresa nach Leuth kam
Vor 40 Jahren hatte Nettetal prominenten Besuch. Die 2016 heiliggesprochene Ordensschwester machte am 17. Oktober 1982 eine Visite in Nettetal. Was das mit einem Arzt in Leuth zu tun hat und wie jetzt an den Besuch erinnert wird.
