Denkmale in Lobberich
Wenkbüll
Der "Wenkbüll" ist eine Identifikationsfigur für Lobberich.
Der "Wenkbüll" (=Windbeutel, Prahlhans, Angeber, Aufschneider) stellt denjenigen dar, der den
"Lobbericher Wind" macht, also - grob vereinfacht - den Lobbericher "an sich", jedenfalls so, wie ihn die Nachbarn sehen. Lobberich hat den Begriff kurzerhand zum Ehrenbegriff gemacht.
Der
VVV hatte einen Wettbewerb ausgeschrieben und die Idee Johannes Thodams zum Sieger gekürt.
Danach sollte die Figur an den "Wenkbüll" (=Windbeutel", also Prahlhans, Aufschneider) erinnern, der in den 1960er Jahren im Karneval durch Heinz Koch (Karnevalsprinz 1973) verkörpert wurde:
Thodam schrieb: "wie Johannes Heesters aussehend, mit "sichtbarem Bauchansatz, weißem Hemd, Smoking, Fliege, Zylinder und Schal".
Die Hinsbecker Künstlerin,
Loni Kreuder, die auch die Figur
"Die Neuigkeit" vor dem neuen Rathaus geschaffen hat, hat die Skulptur in Bronze geschaffen, die "Unbekümmerheit, Lebenslust und Leichtigkeit mit einem Augenzwinkern" darstellen soll.
Die Statue wurde Anfang Juni 2010 enthüllt.
Zur Sprachgeschichte des Wortes:
In der heute geläufigen Bezeichnung "Wenkbüll" (also mit kurzem "ü") ist der "Beutel" kaum noch zu erkennen.
Das Wort leitet sich wahrscheinlich ab vom germanischen "bhula" oder "bhel" (Bedeutung: "aufblasen", vgl. "Beule", "Ball") über das althochdeutsche "buhil" für "Ausbeulung", => "Buckel". Auch die auf einer Anhöhe (Beule der Landschaft) gelegenen Stadt "Beuel" (zu Bonn) führt die Herkunft ihres Namens darauf zurück, im Kölschen "Büggel"=Beutel) oder im niederländischen: "buidel" (lies: "beudel") sind es jeweils 2 Silben. Korrekt - falls man bei gesprochener Mundart von "korrekt" überhaupt sprechen kann, wäre also "Wenk-bü-(h)-el".
Bei solchen Feinheiten dürften sich aber auch die meisten Lobbericher verabschieden...


Heinz Koch als Lobb'ricker Wenkbüll

Karnevalswagen mit Lobb'ricker Wenkbüll
Seit 2023 ziert auch eine Figur des Wenkbüll' die
Krippe der Pfarrkirche als Besucher des Christkindes.